Vorbereitung für die Farmarbeit in Neuseeland Johanna's Reiseplanung für 8 Monate im Land der Kiwi's

| 7. Oktober 2015 | 0 Kommentare

Johanna liebt das Reisen, die Natur und vor allem Vierbeiner: nämlich Pferde! Nachdem Sie bereits für ein Jahr auf einer Guestranch in den kanadischen Rockys gearbeitet hat, verschlägt es sie nach einer kurzen Sommerpause in Deutschland direkt wieder ins nächste Abenteuer: nach Neuseeland! Johanna hat auf unserem Portal Farmarbeit.de bereits von ihrem Abenteuer „Farmarbeit im Winter“ aus Kanada erzählt und wird auch regelmäßig hier auf dem Blog aus Neuseeland berichten. Da sie dort erst vor einer Woche angekommen ist, hier vorab ein erster Artikel zur Vorbereitung auf die Farmarbeit in Neuseeland:

landschaft neuseeland

Der Plan (der nicht funktionieren wird)

Aktuell ist Johanna noch skeptisch, doch auf ihren bisherigen Reisen hat sich immer alles zum Guten gewendet. Lest selbst:

„ Von September bis Dezember mit einer Freundin ein bisschen auf Farmen gegen Kost und Logis je zwei Wochen auf Nord und Südinsel arbeiten und dabei runter und wieder hoch reisen. Danach von Dezember an alleine einen bezahlten Job finden und endlich mal wieder ein bisschen Geld verdienen um dann im April (wenn in Neuseeland Winter wird) schnell in den nächsten Sommer fliegen zu können und in Kanada endlich wieder meine Freunde besuchen.“

Allerdings tendiere ich gerne dazu an den Orten zu bleiben an denen es mir gefällt, Pläne über den Haufen zu schmeißen, Rückflüge zweimal umzubuchen um sie am Ende verfallen zu lassen und mich immer dorthin treiben zu lassen, wo es meinen wilden Geist gerade hinzieht. Es kann also nur spannend werden sobald ich in drei Tagen den Flieger an das andere Ende der Welt betrete und mit 40 Stunden Reisezeit schon das erste Abenteuer vor mir habe.

Vorbereitungen

Den Flug habe ich direkt bei der Airline gebucht, hin und zurück für 925 Euro. Im Reisebüro habe ich dann für 50 Euro eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen und gut ist es. Bis jetzt habe ich noch niemanden getroffen, der für unter 1000 Euro nach Neuseeland hin und zurück geflogen ist. Sobald ich gelandet bin, gebe ich Bescheid ob es einen Haken gab. Los geht’s am Donnerstag von Amsterdam aus, um dann samstags Nachmittag in Auckland zu landen. Vier Zwischenstopps sind dabei, aber was tut man nicht alles für das knappe Backpackerbudget.

Working Holiday Visum

Nichts leichter als das. Von Kanada war ich so einige Strapazen gewöhnt und musste dorthin sogar ohne Bestätigungsemail des Visums einreisen, weil die Vergabe ein einziges Chaos ist. Das haben die Neuseeländer schon besser drauf. Einfach online beantragen auf:

http://www.immigration.govt.nz/migrant/stream/work/workingholiday/

Die Gebühr wird von der Kreditkarte abgebucht und eine Woche später bekommt man eine Bestätigung und druckt diese aus.

Weitere Informationen, sowie eine Video-Anleitung findet ihr hier:

>> Working Holiday Visum für Neuseeland

Auslandskrankenversicherung

Auch diesbezüglich war ich von Kanada etwas vorgeschädigt. Ich kenne mich und mein Reiseverhalten mittlerweile und wenn ich eine Krankenversicherung für 8 Monate abschließe, dann muss ich in Neuseeland die Möglichkeit haben diese gegebenenfalls verlängern zu können, vielleicht sogar für länger als 12 Monate. Das ist bei den meisten Anbietern nicht möglich. Entweder man kann höchstens auf 12 Monate verlängern oder man darf nicht schon im Ausland sein um die Versicherung abzuschließen/zu verlängern. Einzige Möglichkeit ist – soweit ich bis jetzt weiß – die ADAC Versicherung.

>> zum Work & Travel Versicherungsvergleich

Eine Farm finden

Eine Farm zu finden, auf der man für Kost und Logis mithelfen kann, ist kein Problem. Schwieriger wird es, wenn man auch noch Geld verdienen möchte. Da ich viel Vorerfahrung und Qualifikationen in dem Bereich mitbringe, hoffe ich in Neuseeland ein wenig Geld damit verdienen zu können und am Ende nicht doch in einem Hostel oder als Kellnerin arbeiten zu müssen. Viele „Horse-Trekking“ – Farmen sind aber zum Beispiel Familienunternehmen und natürlich wissen auch alle anderen Farmen, dass sie sich genug Helfer für Kost und Logis anheuern können. Warum sollten sie also jemanden bezahlen?

Um Farmen zu finden, gibt es verschiedene Internetseiten. Um dann die Adressen und Telefonnummern zu bekommen, muss man jeweils Geld bezahlen.  Ich habe mich zunächst für 25$ bei „fhinz“ (farm helpers in new zealand) angemeldet und eine Liste mit unzähligen Farmen und nach Orten sortiert bekommen. Nachdem ich einige Emails geschrieben habe und nur eine Antwort bekommen habe, haben mir Freunde „helpx“ empfohlen.

Bei „helpx“ gibt es nicht nur Farmen, deswegen hatte ich zunächst „farmhelpers“ bevorzugt, aber dafür gibt es bei „helpx“ Bilder. Es ist für alle Länder gültig, die Farmen haben Referenzen von vorherigen Helfern und die angeschriebenen Farmen haben auch geantwortet. Beim „wwoofen“ habe ich mich also nicht mehr angemeldet, da ich mit „helpx“ bis jetzt sehr zufrieden bin.

>> mehr Infos zu Wwoof in Neuseeland

>> 7 Woofing-Tipps für Neuseeland

>> Gruppeninterview: Backpacking in Neuseeland – Ehemalige berichten

Das richtige „Equipment“

Ich bin kein großer Fan von moderner Technik, werde für mein Klapphandy belächelt und lasse mir gerne viel Zeit um auf Emails oder SMS zu antworten. Diese Schnelllebigkeit ist nicht mein Ding und ich habe es immer bevorzugt, Briefe und Postkarten zu schreiben, anstatt bei Facebook sofort Bilder hochzuladen. Dann hätte ich ja zurück zu Hause gar nichts mehr zu erzählen und vorzuzeigen. Spätestens bei meinem ersten längeren Auslandsaufenthalt (1 Monat in Marokko) wurde es mir dann schon zu anstrengend jedem einzeln eine Email zu schreiben, dass es mir gut geht und ich noch lebe (obwohl ich der algerischen Grenze sehr nah gekommen bin). Als ich dann 14 Monate in Kanada gelebt habe und das Ranchleben für mich gar nicht mehr in Worten zu beschreiben war, wurden dann doch Bilder gepostet.

Mittlerweile komme ich selber nicht mehr hinterher bei all den Abenteuern und aufregenden Sachen, die ich erlebe. So muss ich es aufschreiben, um überhaupt zu wissen, was ich in den letzten zwei Wochen gemacht habe und wo ich war. Da ich mich aber immer noch nicht mit Touchscreens, Smartphone und Tablets anfreunden kann, ein Laptop zu schwer ist und diese Netbooks nicht so der Knaller sein sollen, habe ich mir ein wunderschönes, kleines und robustes Ultrabook gegönnt. Von nun an mein treuer Begleiter und sehr zu empfehlen für alle, die auf Reisen nicht auf einen Laptop verzichten wollen.

Mit den Maßen von einem Netbook hat es die Leistung eines richtigen Laptops und ist so robust, dass es auch unbeschadet runter fallen und im Rucksack grob behandelt werden darf. Was kann sich ein Backpacker also mehr wünschen?? Im neuen Zustand kann sich die Dinger allerdings kaum ein junger, armer Mensch leisten, aber zum Beispiel im Lapstore in Münster gibt es sehr gute Gebrauchtgeräte, die durchaus budgetfreundlich sind. Und dem Klapphandy bleibe ich treu und freue mich schon darauf ihm eine neuseeländische Simkarte einzusetzen.

Abschiedsparty

Wenn man möglichst wenig Zeit hat und möglichst alle lieben Menschen noch einmal sehen möchte sollte man eine große Party veranstalten, um noch einmal eine wunderbare Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Man fragt sich dann, warum man eigentlich so weit weg fliegt und stellt fest, dass es eine Menge Menschen gibt die einen vermissen werden. Ein wunderschönes Gefühl und wie Winnie Pooh schon erkannte: „How lucky I am to have something that makes saying goodbye so hard.“

Nur noch 3 Tage

Die Vorstellung in wenigen Tagen am anderen Ende der Welt aufzuwachen, ist immer noch sehr verrückt und unwirklich. Klamotten wurden aussortiert, Bücher verschenkt, alle wichtigen Dokumente sind kopiert und liegen in einer Mappe für meine Eltern bereit. Das Arbeitsamt weiß Bescheid, bei der Krankenkasse bin ich abgemeldet und ich sitze vor einem Haufen Anziehsachen und frage mich, ob das wirklich genug sein soll für mindestens 8 Monate in Neuseeland. Meine Schwierigkeit ist vor allem, dass ich immer mindestens noch Reitsachen und Joggingsachen brauche, worauf andere Backpacker vielleicht verzichten können. Vor allem bei der Schuhauswahl heißt das zusätzlich zu Wanderschuhen, Sneakern und Flip Flops, noch Joggingschuhe und Reitschuhe….. Aber das wird es wert sein, wenn ich damit dann an den Stränden Neuseelands entlangreiten kann oder den wunderschönen Auckland Marathon mitlaufe. Was den Rest der Anziehsachen angeht, packe ich lieber zu wenig als zu viel ein, lasse die Lieblingsklamotten zu Hause und vertraue auf die Erfahrung aus Kanada. Im Notfall sind in Second Hand Läden günstige Tshirts und Hosen zu finden. Es bleibt spannend, denn vom bloßen Anstarren packt sich der Rucksack nicht und die Entscheidung was ich in den nächsten Monaten für Anziehsachen anziehen möchte, kann mir leider niemand abnehmen.

Johannas Neuseeland-Blog: Farmarbeit am Ende der Welt:

>> Teil 1 | Ein Anfang wie er nich schöner sein könnte

>> Teil 2 | Auto kaufen in Neuseeland & Prepaid Handy

>> Teil 3| Johanna’s Pferdejob in Neuseeland

>> Teil 4 | Ein Monat Roadtrip – Wandern und andere Abenteuer

>> Teil 5 |A Kiwi Christmas: Weihnachten in Neuseeland

>> Teil 6 | Der Alltag im Paradies: Arbeiten in Hawkes Bay 

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Kategorie: Farm - & Ranchstay, Farmarbeit mit Tieren, Working Holidays

Malte

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