4 | Johannas Neuseeland-Blog: Farmarbeit am Ende der Welt Ein Monat Road Trip - Wandern und andere Abenteuer

| 5. Dezember 2015 | 0 Kommentare

Johanna ist aktuell in Neuseeland als Work & Travellerin unterwegs und hat sich dazu entschieden, sich ihren Unterhalt mit der Farmarbeit zu verdienen. Sie liebt Pferde und die Arbeit an der frischen Luft. Sie berichtet regelmäßig hier im Magazin über ihre verschiedenen Etappen, Jobs und Erlebnisse. Zusätzlich hat sie immer wieder nützliche Tipps für andere Working Holiday Maker parat und lässt uns an all ihren Abenteuern teilhaben. Dieses Mal berichtet sie von ihrem Roadtrip durch Neuseeland und einer abenteuerlichen Wandertour!

Goodbye Hawkes Bay!

Nach den 3 Wochen auf der Pferdefarm in Hawkes Bay ging es immer weiter südlich. Für 4 Tage durfte ich bei dem Kapiti Equestrian & Vaulting Club an der Kapiti Cost mithelfen und dafür dort reiten, mittrainieren und voltigieren. Es ist bis jetzt der einzige Voltigierverein in ganz Neuseeland und nimmt immer gerne Helfer auf.

Mein Tipp für Pferdefreunde:

Der Kapiti Vaulting Club! Auf dem Weg dorthin Eis essen zwischen Otaki und Waikanae an der Straße. Nur eine Stunde Autofahrt entfernt konnte ich mir dann Wellington angucken, im Te Papa Museum viel über das Land und die Geschichte erfahren und auf einem Konzert zu der Musik von einem beeindruckenden Maori feiern. Nach einer Tageswanderung in den Otaki Forks im Tararua Forest Park ging es dann viel zu schnell weiter mit der Fähre von Wellington nach Picton auf die Südinsel.

Die Südinsel, das Ende vom Ende der Welt

Wenn man schon denkt dass die Nordinsel schön ist dann ist die Südinsel atemberaubend. Mit weniger Menschen und mehr Natur der perfekte Ort für einen Road Trip entlang der Küste und Wanderungen in den Bergen. So ging es innerhalb von 3 Wochen immer weiter südlich bis ans Ende vom Ende der Welt. An der Westküste entlang mit endlos langen Stränden hinunter bis zum Fjordland Nationalpark und wieder hoch entlang der Ostküste zurück nach Nelson. Sommer, Sonne, Strand und Schnee Obwohl in Neuseeland eigentlich erst Frühling ist gab es trotzdem fast jeden Tag Sonnenschein. Perfektes Wetter für Tageswanderungen, Strandspaziergänge und Stadtbummel. Zum Wandern ist die Südinsel perfekt. Insgesamt gibt es 9 Nationalparks und 6 Great Walks (Mehrtageswanderwege) auf der Südinsel und von Anfängern bis Experten für jeden etwas dabei. Im November liegt auf vielen Bergen noch Schnee, dafür sind aber noch weniger Touristen unterwegs. (Mehr zu den verschiedenen Wandermöglichkeiten in Neuseeland in einem extra Artikel nur über Wandertouren)

Auto neben einem Picknick-Tisch, im Hintergrund Wald und Berge Auto mit offenem Kofferraum und Türen

Mein Geheimtipp:

Cobb Valley. Eine 35km lange Schotterstraße führt in das Cobb Valley, gelegen am Cobb River. Dort gibt es eine Hütte und einen kostenlosen Campingplatz und es ist der Startpunkt für mehrere Wanderungen.

Meine Lieblingsgeschichte:

Nach 35km steiler und windiger Schotterstraße sind meine Freundin und ich endlich im Cobb Valley angekommen. Kurz zuvor sind wir noch 8 Stunden durch den Able Tasman Nationalpark gewandert und wir kuscheln uns ins Zelt und freuen uns am nächsten Morgen endlich einmal ausschlafen zu können. Es stehen keine langen Wanderungen auf dem Plan, es müssen keine Kühe gemolken und keine Pferde geritten werden. Dafür stehen um 8 Uhr morgens zwei Jäger vor unserem Zelt. Sie haben ihren Truck festgefahren und fragen ob ich sie bis zum nächsten Telefon fahren kann. Noch im  Schlafanzug  fuhr ich also die beiden gutaussehenden jungen Neuseeländer eine halbe Stunde bis zu einem Telefon von dem aus sie Hilfe rufen wollten.

Während diese sich wahrscheinlich erst einige Stunden später auf den Weg macht, wollen wir unser Glück versuchen und den Truck aus dem Matsch bekommen. So habe ich zwei wunderbare Menschen mitten im Nirgendwo kennengelernt und hatte einen etwas anderen lustigen Tag den man vorher nie hätte planen können. Nick und Jack wohnen in Nelson in einer Hütte ohne Strom und Wasser und haben mich eingeladen auf meinen Reisen noch einmal vorbei zukommen. Das Angebot habe ich natürlich gerne angenommen.

Queenstown My Love

Zurück aus den Bergen in die Zivilisation ging es durch Wanaka, Arrowtown weiter nach Queenstown. Eine der schönsten Kleinstädte der Welt gelegen am See Wakatipu inmitten der Berge. Eine bessere Kulisse kann es kaum geben. Man kann sich kaum entscheiden in welchen der süßen Cafes man seinen Kaffee trinken möchte. Außerdem ist es eine Hochburg für Extremsportarten und ist voll mit unzähligen Anbietern für Skydiving, Jetbootfahren und Mountainbikeverleih. Für Backpacker mit zu viel Geld also genau der richtige Ort um vor atemberaubender Kulisse aus einem Flugzeug zu springen (Ein Freund von mir war so nach wenigen Stunden um $500 ärmer, $300 für den Sprung noch $200 für Fotos und Videos).

Deswegen zwar sehr touristisch, aber trotzdem mit viel Charme. So konnte man für einen Tag vergessen, dass man eigentlich low budget reist und sich einen entspannten Tag mit viel gutem Kaffee und Essen gönnen bevor es wieder raus aus der Zivilisation auf die nächste Farm geht.

7000 Schafe, 4 Pferde und 2 verdammt coole Mädchen

Über helpx.net habe ich wieder einen wunderschönen Ort und die beeindruckendsten Menschen gefunden die man sich auf Reisen nur wünschen kann. Die 10 jährige Alice fährt auf dem Quad um Heu für die Pferde zu holen. Sie möchte Farmerin werden und erklärt mir alles über die 7000 Schafe die hier leben. Ihre Schwester ist 14 Jahre alt und verbringt jede freie Minute auf einem ihrer Pferde. Zusammen haben die beiden unendliche viel Energie und wir verbringen unsere Abende mit Verstecken im Dunkeln spielen, Akrobatik und Monopoly. Die drei bis vier Stunden Arbeit verbringe ich im Garten oder bei den Schafen. Die Arbeit mit den Schafen macht soviel Spaß, dass ich schon wieder in Tagträumen versinke und mir vorstelle wie ich für immer Schaffarmerin in Neuseeland werde. Ich helfe Zäune zu reparieren, die Lämmchen zu impfen und Schafe zu treiben. Alles in der frischen Luft mit einem Blick auf die Berge.

Von der Farm aus ging es weiter zum Fjordland Nationalpark für einige Wandertouren (mehr dazu in einem extra Bericht zum Wandern). Danach ging es dann schon weiter an die Ostküste. In Christchurch habe ich es keine Nacht ausgehalten, da die Stadt voll ist von Baustellen, Lärm, Autos und mir persönlich wenig zu bieten hatte. Bei dem Erdbeben im Jahr 2010 wurde Christchurch stark zerstört und  wird immer noch wieder neu aufgebaut. Für Work&Traveller die einen Job als Straßenarbeiter suchen genau der richtige Ort. Ich konnte so nur  den Strand etwas außerhalb der Stadt Sumner Beach genießen, bin dann aber lieber weiter gefahren um in kleinere Küstenorte zu gelangen. Einer davon ist Kaikoura. Kaikoura  ist besonders beliebt bei allen Touristen die einmal mit Delphinen schwimmen möchten und schon vom Straßenrand aus kann man unzählige Seehunde beobachten.

Mein persönlicher Lieblingsort:

Nachdem ich die Südinsel einmal runter und wieder hoch gefahren war kam ich wieder in Nelson an. Nelson liegt im Golden Bay an der nördlichen Spitze der Südinsel mit einem endlosen Strand und Bergen im Hintergrund. Eine Woche lang konnte ich dort auf einem Berg in einer Hütte ohne Strom und Wasser leben und habe Nelson so kennen und lieben gelernt. Die kleine Stadt ist weltoffen und voll mit jungen Menschen, perfekt zum Surfen, Mountainbike fahren, Wandern oder Sonnenuntergänge anschauen. Außerdem liegt es in direkter Nähe zu den Nationalparks Able Tasman, Kahurangi und Nelson Lakes Nationalpark, so dass man jederzeit Wandern oder Kajak fahren gehen kann.

Hier weiterlesen:

>> Teil 1 | Ein Anfang wie er nich schöner sein könnte

>> Teil 2 | Auto kaufen in Neuseeland & Prepaid Handy

>> Teil 3| Johanna’s Pferdejob in Neuseeland

>> Teil 5 |A Kiwi Christmas: Weihnachten in Neuseeland

>> Teil 6 | Der Alltag im Paradies: Arbeiten in Hawkes Bay 

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Kategorie: Allgemein, Working Holidays

Johanna

Über den Autor ()

Schon sehr früh hat sie entdeckt, dass außerhalb der Kleinstadt eine wunderbare Welt wartet und entdeckt werden muss. In Bussen und Zügen wurde Europa erkundet und auf unzähligen Couchsurfer-Sofas geschlafen. Nach zwei Jahren in Hamburg, im „normalen“ Leben in einem 40 Stunden Job als Bioglogisch-technische Assistentin war klar, dass die Welt und das Leben noch mehr zu bieten haben. Daraufhin kündigte die damals 23-Jährige um der Alltagsroutine zu entfliehen. Mit einer großen Leidenschaft für Pferde, Natur und das Farmleben bietet jeder Tag neue Abenteuer und Herausforderungen auf den Farmen dieser Welt. Nach 14 Monaten in Kanada reist sie nun durch Neuseeland und verbringt ihrer Zeit damit junge Pferde zu trainieren, Kühe zu melken, Kälber zu füttern und mit dem Quad über die hügeligen Wiesen zu fahren. Mal schauen, wo es sie danach hintreibt ;-)

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